W. VOSS |
FRANKFURT /
OFFENBACH | TEXTE |
INDEX
Vom
„Affenstein“ zum Eiskeller - oder: Archäologie als Metapher.
Die wichtigsten online-zugänglichen
Dokumente zur Diskussion: Affenstein oder Eiskeller? | Chronologie | Tabelle „Für und
Wider“ | Online-Dokumente zu
Heinrich Hoffmann | Ausstellungsprojekt
Der
Eiskeller
ist das letzte erhaltene Bau-Relikt der städtischen "Anstalt für Irre und
Epileptische", einer für die damalige Zeit äußerst modernen
Neben der düsteren Tradition des IG-Farben-Komplexes (Zyklon B, amerikanische
Machtzentrale) öffnet sich mit diesem Bau auch die Geschichte des
Psychiatrie-Reformers,
Kinderbuchautors,
Politikers und engagierten Projektentwicklers, der vor allem durch seinen
„Struwwelpeter“ bekannt geblieben ist.
Die Denkmalpflege sieht in diesem Bau etwas ganz anderes und hat es „qua Amt“
am 25.3.2009
als „sog. Affenstein, ehem. Wachtturm der ersten Frankfurter Landwehr, später
Mühle, dann Eiskeller der Städtischen Irrenanstalt“
nach § 2 Abs. 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes zum „Kulturdenkmal“ und
damit denkmalgeschützt erklärt
als
wehrhaften Turm des Mittelalters „in situ“ inszeniert und (arg misshandelnd)
konserviert.
Die Ansprache als spätgotische Warte und spätere Mühle ist ein Fehler.
Unübersehbare Indizien widersprechen dem entschieden. Das Für und Wider ist
in Kurzform in einer
Tabelle wiedergegeben.
Ironie der Geschichte: Die Zementierung der damaligen Entscheidung: entweder
„Mittelalter und Erhaltung“ oder „Neuzeit und Vernichtung“ führte dahin, dass
der Bau – wäre er richtig klassifiziert worden – heute an diesem Ort gar nicht
mehr vorhanden wäre.
- im Umkehrschluss: das Überleben als (bedeutungsloses) Objekt des 19. Jh.
gelingt nur verstümmelt (unter der Maske "spätgotische Warte").
Die Frankfurter Geschichtsvergessenheit zeigt sich gerade darin, dass sie hier
das "Altertum" erzwingen will.
Die Chronologie der Ereignisse zeigt mir die Denkmalpflege: in
der Archäologie mangelhaft - in der PR.-Arbeit spitze!
Der gesamte neue Campus hat die Chance verpasst, sich vom Poelzig-Bau
zu emanzipieren, so wie es den Kramer-Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg gelang.
Im Gebäude
der Bibliothek Sozialwissenschaften und Psychologie haben wir also ein Denkmal
eines durchaus interessanten Fehlers.
Eingescannt
und 50m weiter mit dem ursprünglichen Erdhügel und vielleicht einem großen
Profilschnitt wieder aufgebaut, käme dies seiner wirklichen Bedeutung nahe und
er könnte sogar als kleines „Eis-Café“ betrieben werden.
Nutzen wir
also die Chance des zweiten Blicks! – mein geplantes Ausstellungsprojekt versucht:
- den Eiskeller in seiner Geschichte und das Gelände des ehemaligen
"Irrenschlosses" darzustellen,
- Heinrich Hoffmann mit seinen vielfältigen Aktivitäten näher zu bringen,
- zu zeigen, dass dieser Campus noch einen anderen "genius
loci" (Orts-Geist) besitzt: politisch, satirisch, struwwelig,
menschenfreundlich und sehr pragmatisch...
DIE SIEBEN SCHICHTEN EINES IRRTUMS:
I. Leichtfertige und äußerst großzügige Deutung der historischen
QUELLEN. Die sagen nichts Konkretes aus.
II. Auf keiner historischen LANDKARTE etwas "Wehrhaftes" zu
lokalisieren. Der FABERPLAN hat nichts - aber das Gemäuer soll überirdisch
sichtbar unbeschadet überdauert haben.
III. Die DORNRÖSCHEN-HECKE - hat jahrhundertelang das Bauwerk verborgen?
IV. Die "SCHILDBÜRGER"-MÜHLE (1): ohne Fenster, drei
Stockwerke zu je 1,50 m. Mit einer Eingangstür im dritten Stock, damit der
kleinwüchsige, Grottenolm an Müller volle Säcke wieder hoch schleppen muss. Der
bedankt sich für diese Rekonstruktion...
Die "SCHILDBÜRGER"-MÜHLE (2): Die Flügel schlagen gegen den
Eingangsbereich, das Mauerwerk ist für einen Holzaufbau viel zu dünn - bricht
entzwei bei Wind - erobert sich den Himmel und trifft ... Robert*.
V. Was passiert mit UNGENUTZTEN BAUTEN? - sie verfallen und das nach
bestimmten Regeln, die gut erforscht sind; nur unser Mährchenbau blieb seit der "Spätgotik" seltsam
unberührt.
VI. HISTORISCHE FORSCHER haben es Jahrhunderte lang übersehen? Familie
Goethe hatte dort ihre Streuobstwiese, das 19. Jh. war so erpicht auf
"Vaterländische Altertümer", August Lotz (Mitarbeiter Heinrich
Hoffmanns, Hobby-Altertumsforscher) hat nichts bemerkt?
Hoffmann und Pichler beschreiben akribisch den Bau der Anstalt. Es gibt
Schriftwechsel um den Bau des Eiskellers - aber keinerlei Andeutung auf
historische Reste.
VII. K.O. durch Mörtelproben: bei drei so weit
auseinaderliegenden Bauphasen müsste sich der Mörtel
signifikant unterscheiden. Nichts dergleichen! - Wäre es nicht klug, mal den
Rest des "Riederwaldhofes" anzubohren, um
eine Vergleichsprobe zu bekommen?
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(* "Der fliegende Robert" - eine Bildergeschichte aus Hoffmanns
"Struwwelpeter"
Online-Dokumente:
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Eiskeller_(Affenstein)
mit zahlreichen weiterführenden Links
[4] Der Online-Gedenkplan Campus Westend (7) führt zum Eintrag "Der Eiskeller auf dem Affenstein"
[5]
Dazu auch https://www.uni-frankfurt.de/67654689/irrenschloss
Denkmalamt und Archäologie:
[6] Diverse Berichte in der Frankfurter Rundschau: FR, 13. Juni 2008, FR, 17. Juni 2008, FR, 17.Sept. 2009, FR, 15.Sept. 2010, FR, 04. Juli 2013
Die
Berichte der Denkmalpflege sind leider nicht online verfügbar.
[7] Fundberichte aus Hessen (50. 2010, S. 729-760) im Bestand der Uni-Bibliothek
[8] Hessen-Archäologie (2008, S. 142-146) im Bestand der Uni-Bibliothek
[9]
Hans-Markus von Kaenel, Thomas Maurer, Albrecht Schlierer:
Wie das Gedachte das Gebaute
verändert. Zur Umdeutung des Eiskellers der ehemaligen „Anstalt für Irre und
Epileptische“ auf dem Areal des Campus Westend der Goethe-Universität
Frankfurt a. M., Bonn 2012, S. S. 167 -209.
[10] http://www.eiskeller-frankfurt.blogspot.de/
Uni-Blog -Dokumentation
[11]
MONUMENTE Online - Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 24.Jg., Nr.
5, Oktober 2014, S. 66 - 73: "Ewiges
Eis. Techniken des Kühlens"
Druckausgabe
im Bestand der UB-Frankfurt
[12] Johann Georg Battonn: im
Bestand der UB-Frankfurt
"Oertliche
Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main Band 1.Frankfurt a.M. 1861–1875, S.
140"
„Oertliche
Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main, Teile 5-7 “ (Google Books)
(hrsg.: 1869)
[13] Bodenehr, Gabriel: „Franckfurt,
mit der Gegend auf 2 Stund:“ Ausschnitt
(eine genauere Ansichten bekommt man über: Historische Karten
der SuUB Uni-Bremen: -> Thematische Suche -> Personen-Index:
Bodenehr, Gabriel; -> Treffer 8)
Erschienen: [Augsburg], [ca. 1720] Maßstab: [Ca. 1:150.000] Anmerkung: 1 Kt,
Kupferst, 20 x 14 cm, Maßstab in graph. Form (Eine Stund Reisens, Gemeine
Teütsche Meil.). - Mit Suchnetz. - Auch als: Atlas Curieux oder Neuer und
Compendieuser Atlas ; 85
[14] Achilles August von Lersner: Der
Weit-berühmten Freyen Reichs-, Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn
Chronica : Oder Ordentliche Beschreibung der Stadt Franckfurt Herkunfft und
Auffnehmen, wie auch allerley denckwürdiger Sachen und Geschichten ... /
Anfänglich durch Gebhard Florian, an Tag gegeben, Anjetzo aber Aus vielen
Autoribus und Manuscriptis vermehret, ... und per modum Annalium verfasset,
und zusammen getragen Durch Achillem Augustum von Lersner, Patricium Nobilem,
Civitatis Francofurtensis : Teil: 1
[Franckfurt am Mayn] : Selbstverl., 1706
[15] Frankfurt Nordend: Poelzig-Plan
1928 Ausschnitt und
Architekturmuseum UB TU. Berlin: „Irrenanstalt
Frankfurt“ (Raum- und Gärtenplan)
[16] Hessische Flurnamen: „Vf dem affenstein“ (aufgerufen am: 18.07.2019)
Chronologie der Akteure und der
Argumente:
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ein Hügel wird dokumentiert |
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April 2008 |
im Vorfeld der geplanten Bauarbeiten für Ausbau
des Campus Westend (Gebäude PEG) sind unter einem kleinen Hügel gut erhaltene
Reste eines turmartigen Bauwerkes zum Vorschein gekommen. |
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Ende Mai |
Das Denkmalamt legt – noch bevor vor Ort
archäologische und baugeschichtliche Untersuchungen begonnen wurden – der
zuständigen Gesamtprojektleitung erstmals einen schriftlichen Bericht im
Umfang von 3,5 Seiten vor: |
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Doch die Universitäts-Archäologen haben Zweifel
an der Bedeutung des "turmähnlichen Befunds": -
liegt außerhalb
der Landwehr -
kein Nachweis
auf vorhandenen historischen Karten oder Archivalien für die Gleichsetzung
mit dem Affenstein - Ansprache des (Grund-)Mauerwerks
als „mittelalterlich" nicht fundiert - Bauwerk aufgrund einer eindeutigen
Aktenlage Eiskeller der „Anstalt für Irre und Epileptische“ - Mitte des 19. Jhs.
häufiger Bautypus |
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26. 6. 2008 |
In der FAZ: „Dies ist eindeutig kein Bauwerk des
19. Jahrhunderts“ |
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15. Sept. 2008 |
Erster Recherchebericht http://www.eiskeller-frankfurt.blogspot.de/2008_09_01_archive.html der Universitätsarchäologen erscheint, da die
Ansprache des Gemäuers als Affenstein und die Datierung falsch sei. Wegen ausbleibender
Reaktion auf die Kritik und fehlender offizieller Zuständigkeit wird der Weg
des Bloggens gewählt. Auch sind die Konsequenzen eines Erhalts „in situ“
erheblich. „Wir würden uns sehr freuen, wenn der
nachvollziehbare Beweis erbracht werden könnte, dass das Bauwerk in seinem
Kern mittelalterlich ist und auf dem Gelände des Campus Westend der
Goethe-Universität für die Stadt Frankfurt ein bisher unbekannter Wartturm
gewonnen wird.“ |
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November 2008 |
Aufmaß und vergleichbare Bauwerke stützen mehr
und mehr die These vom Eiskeller (ohne Vorgängerbau): „Untermauert wird
unsere These inzwischen auch von der Beobachtung, dass es sich bei der
unterhalb des Bodens zutage gekommenen grubenartigen Vertiefung nicht um
einen Brunnen handelt - wie die Denkmalpflege aus nicht recht
nachvollziehbaren Gründen vermutet hat, sondern um eine Auffanggrube für das
in einem Eiskeller normalerweise anfallende Schmelzwasser.“ |
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21.1.2009 |
FAZ: „Der Affenstein stammt aus dem Mittelalter“;
und „Das Rätsel um das Alter des Affensteins auf dem Uni-Campus Westend ist
gelöst“ - Ankündigung eines Gutachtens von Seiten der Denkmalpflege… |
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2.2.2009 |
Übergabe unterschiedlicher Gutachten an die
Gesamtprojektleitung (Campus Westend): |
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4.3.2009 |
Maurer, v. Kaenel legen
ausführliche Stellungnahme zu den Dokumenten vor: |
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11./12. 12. 2009 |
Vortrag (Hans-Markus von Kaenel)
zum „Eiskeller“ bei einer Tagung des Instituts für Archäologische
Wissenschaften der Goethe-Universität am 11./12. Dezember 2009. |
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25.3.2009 |
von Amtes wegen durch das Landesamt für
Denkmalpflege Hessen als „sog. Affenstein, ehem. Wachtturm der ersten
Frankfurter Landwehr, später Mühle, dann Eiskeller der Städtischen Irrenanstalt“
nach § 2 Abs. 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes zum „Kulturdenkmal“ und
damit denkmalgeschützt erklärt und auf einem Sockel in der BSP konserviert. |
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2010 |
Andrea Hampel: „Der Affenstein. Ein
mittelalterlicher Wachturm und seine wechselhafte Historie durch sechs
Jahrhunderte“. Fundberichte aus Hessen 50, 2010 (Wiesbaden 2012) S. 729 – 760. |
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dazu Widersprechendes: -
die Drehbarkeit
der Mühle ist nicht gegeben -
die angenommene
Deckenhöhe ist mit 1,50 äußerst gering -
die Mehlsäcke müssten
dann wieder in die dritte Etage heraufgeschleppt werden -
das
Grundmauerwerk ist statisch zu dünn, um eine betriebsbereite Mühle tragen zu
können. |
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Februar 2013 |
Webversion
des Artikels von H.-M. von Kaenel, Th. Maurer und A. Schlierer. In: Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 21
(Habelt Verlag Bonn, 2012) |
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Das Bauwerk ist nun „in stark veränderter Form
auf einem hohen Sockel in situ erhalten und in die Bibliothek (…) einbezogen
worden. Für den Eiskeller entscheidende Teile (Flügelmauern,
Zugangssituation, Ansatz der Kuppeln) wurden in diesem Zusammenhang jedoch
abgebrochen, so dass man sich heute keine adäquate Vorstellung mehr von
seinem ursprünglichen Aussehen machen kann. Vielmehr hat sich das Bauwerk
optisch der ihm von den verantwortlichen Denkmalschutzbehörden zugedachten
Funktion als „Historischer Turm“ angenähert. Im Ergebnis stehen wir damit
heute vor der erstaunlichen Situation, dass das in diesem Zusammenhang einzig
Gesicherte, nämlich die Existenz des Eiskellers, völlig ausgeblendet worden
ist. Wir hoffen daher, dass die Diskussion über diese
bemerkenswerte Anlage weitergeht und sich wenigstens innerhalb der
Universität die Bezeichnung „Eiskeller“ durchsetzen wird.“ |
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6. Mai 2013 |
Eiskeller.
Blogg-Nachtrag von A. Schlierer: "Es besteht daher keine
Notwendigkeit, auf ein ruinöses Vorgängerbauwerk zurückzugreifen, um das
ausgegrabene Bauwerk des Eiskellers erklären zu können. Die „Warte“ und die
„Windmühle“, die das Frankfurter Denkmalamt postuliert, sind und bleiben eine
Fiktion." |
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November 2013 |
Mit der Verlinkung des Forschungsberichtes
Webversion (von H.-M.
von Kaenel, Th. Maurer
und A. Schlierer) in Wikipedia
gewinnt die Beschreibung als Eiskeller immer mehr an Boden. Zusehens wird die
Deutung als mittelalterlicher „Affenstein“ und „Windmühle“ Geschichte… |
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Die wichtigsten
Argumente im Für und Wider „Affenstein“ – Eiskeller: |
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„Affenstein“ erst Turm (13./ 14. Jh.), dann Mühle |
Eiskeller der „Anstalt für Irre
und Epileptische“ |
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Strategische Lage, Topographie optimal für einen Wachturm (z.B.
optische Signalüber-mittlung). |
Gute
theoretische Überlegung, die sich aber nicht am konkreten Bau festmachen
lässt. |
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Lücke in der Landwehr. |
An dieser Stelle der Landwehr kein Wachturm sondern der „Eiserne
Schlag“ - ein dauerhaft verschlossenes
Tor |
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Indizien
für den „Affenstein“ in Karten und „Quellen“. |
Äußerst
fahrlässige Auslegung der genannten Quellen. Durch die
Jahrhunderte ist nur der Gemarkungsname bekannt, aber kein militärisches
Gebäude nachweisbar. Landkarten sowohl des 15. Jh. als auch des 19. Jh. zeigen keinerlei
Bebauung. |
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Umbau und Nutzung als Mühle, da militär-technisch nicht mehr relevant.
Balkenlöcher
zeigen 3 Etagen an. |
Eine
äußerst unpraktische Mühle ohne Fenster, mit einer Deckenhöhe von nur 1,50 m.
und einem ganz oben liegenden Eingang, sodass die Säcke wieder hochgetragen
werden müssten. Mauerstärke
reicht statisch nicht für einen Mühlenaufsatz. Drehbarkeit der Mühle durch Eingangsmauern nicht gegeben. |
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Gutachten
von Bauexperten nach Augenschein
„mittelalterlich mit 2 bis 3 Bauphasen“ |
Naturwissenschaftliche Beweise. |
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Expertise des Mörtels: Einheitlicher Mörtel, zeitlich nicht
differenzierbar. Kein Beleg für ältere Bauanteile zu erbringen. |
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Es wurden Keinerlei naturwissen-schaftlichen
Belege für einen mittelalterlichen Bau erbracht. |
Funde aus
dem Inneren des Kellers: Holzreste können dendrochronologisch
datiert werden und sind ausnahmslos
aus der Bauzeit der „Irrenanstalt“. Ebenso das gefundene Porzellan, das anhand der Herstellermarken
eindeutig ins 19. Und 20. Jahrhundert datiert. |
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Turm ist
oberirdisch sichtbar aber durch Gehölze und Dornen über die Jahrhunderte
verborgen geblieben. |
Hoffmann
und sein Architekt Pichler beschreiben sehr ausführlich die Baugeschichte und
hätten das Vorhandensein einer Ruine
verzeichnet. Der
Standort des Eiskellers liegt in einer übersichtlichen
Streuobst-Wiesenlandschaft. Das Goethezeitalter und das 19. Jh. mit seiner patriotischen Begeisterung
für „Vaterländische Alterthümer“ soll es vollkommen
übersehen haben? Vor allem Dr. August Lotz; Mitarbeiter Hoffmanns „eifriger Forscher nach römischen
Kulturresten in der Umgegend.“ |
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Dadurch
erstaunlich unversehrt! |
Unbenutzte Gebäude verfallen nach bestimmten „Regeln“, die
mittlerweile systematisch erforscht sind: Danach hat dieses Gemäuer keinen
historischen Leerstand erfahren. |
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Nur
dritte und letzte Umbaustufe des „Affensteins“. |
Hoffmann und Pichler haben auf
ihren „Belehrungsreisen“ zahlreiche Irrenanstalten besucht und sich dabei
auch mit der Technik der Eiskeller beschäftigt – zahlreiche
Eiskeller-Beispiele verdeutlichen die
Bauart, wie sie auch hier praktiziert wurde. |
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Ablaufrohr
nachträglich ins Gemäuer gebrochen |
Technische Neuerungen wie eine Kreiselpumpe haben evt.
diese „Nachbesserung“ erfordert. |
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"Der
Mensch geht in und durch das Leben wie Kolumbus auf seiner Meerfahrt. Er wollte
nach Indien fahren und hat Amerika entdeckt.
So ging's mir auch. Ich wollte Chirurg
werden und wurde zuletzt Irrenarzt."
"Es muß vor
allem so sein, dass der Eintritt des Arztes in eine Abteilung etwas vom
Sonnenaufgang an sich habe."
[17]
Struwwelpeter-Museum: Wer war Heinrich
Hoffmann ?
[18] HR2 –
Kultur – Wissenswert (mit freundlicher
Genehmigung):
„Heinrich Hoffmann -
Struwwelpeter und
Psychiatrie-Reformer“ von Christa Schell und Eva Maria Siefert
[Audio-Datei] Folge 1: Der Versemacher [Manuskript
09-059]
[Audio-Datei] Folge 2: Der Politiker
[Manuskript
09-060]
[Audio-Datei] Folge 3: Der Irrenarzt
[Manuskript
09-061]
[Audio-Datei] Folge 4: Der Kinderpsychiater [Manuskript
09-062]
"Der
Schlingel hat sich die ganze Welt erobert, ganz friedlich, ohne
Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Welt herumgekommen als
ich;
ich habe gehört, dass man ihnen in Nord-
und Südamerika, ja am Kap der guten Hoffnung, in Indien und Australien
begegnet ist."
[19]
"Forschung Frankfurt" 1/2009: Themenheft
"Struwwelpeter" darin:
-> Hans-Heino Ewers: "Der
Schlingel hat die Welt erobert – ganz friedlich, ohne Blutvergießen" :
Warum 'Der Struwwelpeter' bis heute ein Bestseller ist", S.
32-39
-> Marianne Leuzinger-Bohleber: "'Hei!
Da schreit der Konrad sehr!' : Der Struwwelpeter - Eine Fundgrube unbewusster
Wünsche und Ängste von Kindern", S. 42-47
->
Siefert, Helmut: "Die
Menschheit der Gegenwart ist eine vorzugsweise nervöse
geworden": Heinrich Hoffmann und das Frankfurter
"Irrenschloss", S. 71-75
[20] Ladwig, Sandra: "Parodien
und Struwwelpetriaden in der Universitätsbibliothek Johann Christian
Senckenberg und der Bibliothek für Jugendbuchforschung Frankfurt am Main :
Bibliographie" Stand: 2009
[21] Historisches Museum.Frankfurt: "Peter
Struwwel – Heinrich Hoffmann : Ein Frankfurter Leben 1809–1894" Begleitbuch: "Heinrich Hoffmann –
Peter Struwwel. Ein Frankfurter Leben 1809–1894."
Hrsg. von Wolfgang P. Cilleßen
und Jan Willem Huntebrinker, Michael Imhof Verlag 2009, 383 Seiten, Schriften
des Historischen Museums, Bd. 28. Im
Bestand der UB
[22] Deutschland Radio Kultur/ Kalenderblatt / Archiv /
Beitrag vom 13.06.2009: "Ich
esse meine Suppe nicht" Zum 200. Geburtstag von
"Struwwelpeter"-Autor Heinrich Hoffmann von Alexa Christ
[23] FAZ.net vom 06.06.2009 Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter - Kleine Teufel unter dem Zeichenstift von Alexander Košenina
[24]
Frankfurt.de vom 30.03.2011 "Letzte
Ruhestätte eines Hyperaktiven" zu: "Zappelphilipp" und
"Pauline" von pia/Beate Zekorn-von Bebenburg
siehe auch: von Heinrich von
Rustige (1810-1900) "Unterbrochene
Mahlzeit", 1838
und den Hinweis in seinen "Lebenserinnerungen"
auf eine Seereise von Amsterdam zurück nach Hamburg am 24.Mai.1836:
Stürmisches Wetter, Hoffmann ist
so
"seekrank..., dass ich im Mantel die Treppe in die Kajüte
hinunterfiel und nun schnell auf Händen und Füßen in meine Koje kroch.
Vor meiner Tür aber tafelte und
trank lustig ein halbes Dutzend seefester Gesellen, plötzlich hörte ich ein
Fallen und Scherbenklingen,
einem der Helden war plötzlich
schlecht geworden, so dass er vom Stuhle fiel und das Tischtuch mit allem was
draufstand mit auf den Boden riss.
nun war ich schadenfroh zufrieden."
[25] FNP vom 19.01.2013 „Heinrich Hoffmann war ganz sicher kein Rassist“ Interview mit Beate Zekorn-von Bebenburg zum Begriff des „Mohren“ in der „Geschichte von den schwarzen Buben“
[26] Spektrum.de | Hintergrund | 12.06.2009 Im Rückblick: "Therapie der Liebe" von Anna von Hopffgarten
[27] FR-online vom 13.04.2009 "Lebenswerk Affenstein Wie sich Hoffmann die Irrenanstalt erbettelte" von Felix Helbig
[28] FAZ.net vom 15.08.2014 "Erste psychiatrische Klinik - Die Anstalt auf dem Affenstein" von Tilman Spreckelsen
[29] Heinrich Hoffmann, Brustbild siehe auch: Edocs - Publikationsserver und: Heinrich Hoffmann und sein Struwwelpeter in der UB
[30] Wikipedia-Artikel zu „Heinrich Hoffmann“
und zum „Struwwelpeter“
[31] Wikisource Online-Volltexte zu „Heinrich Hoffmann“
und im „Projekt Gutenberg“
[32] zum Architekten Oskar Pichler: http://frankfurter-personenlexikon.de/node/7547
[33] aus der Hessischen Bibliographie: "Illenau und Affenstein" von Ulrich Wiedmann, in: Struwwelpost. - Frankfurt, M. : Freundeskreis Struwwelpeter-Museum, 1996-. - Bd. 22 (2016), S. 15-21