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Vom „Affenstein“ zum Eiskeller - oder: Archäologie als Metapher.


Die wichtigsten online-zugänglichen Dokumente zur Diskussion: Affenstein oder Eiskeller? | Chronologie | Tabelle „Für und Wider“ | Online-Dokumente zu Heinrich Hoffmann | Ausstellungsprojekt

 

 

 

Der Eiskeller 

ist das letzte erhaltene Bau-Relikt der städtischen "Anstalt für Irre und Epileptische", einer für die damalige Zeit äußerst modernen

psychiatrischen Klinik, gebaut in den Jahren 1859 bis 1864 durch die Initiative Heinrich Hoffmanns.

Neben der düsteren Tradition des IG-Farben-Komplexes (Zyklon B, amerikanische Machtzentrale) öffnet sich mit diesem Bau auch die Geschichte des Psychiatrie-Reformers,

Kinderbuchautors, Politikers und engagierten Projektentwicklers, der vor allem durch seinen „Struwwelpeter“ bekannt geblieben ist.

Die Denkmalpflege sieht in diesem Bau etwas ganz anderes und hat es „qua Amt“

am 25.3.2009
als „sog. Affenstein, ehem. Wachtturm der ersten Frankfurter Landwehr, später Mühle, dann Eiskeller der Städtischen Irrenanstalt“
nach § 2 Abs. 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes zum „Kulturdenkmal“ und damit denkmalgeschützt erklärt

 

als wehrhaften Turm des Mittelalters „in situ“ inszeniert und (arg misshandelnd) konserviert.


Die Ansprache als spätgotische Warte und spätere Mühle ist ein Fehler. Unübersehbare Indizien widersprechen dem entschieden. Das
Für und Wider  ist in Kurzform in einer
Tabelle wiedergegeben.

Ironie der Geschichte: Die Zementierung der damaligen Entscheidung: entweder „Mittelalter und Erhaltung“ oder „Neuzeit und Vernichtung“ führte dahin, dass der Bau – wäre er richtig klassifiziert worden – heute an diesem Ort gar nicht mehr vorhanden wäre.


- im Umkehrschluss: das Überleben als (bedeutungsloses) Objekt des 19. Jh. gelingt nur verstümmelt (unter der Maske "spätgotische Warte").

Die Frankfurter Geschichtsvergessenheit zeigt sich gerade darin, dass sie hier das "Altertum" erzwingen will.
Die
Chronologie der Ereignisse zeigt mir die Denkmalpflege: in der Archäologie mangelhaft - in der PR.-Arbeit spitze!

Der gesamte neue Campus hat die Chance verpasst, sich vom Poelzig-Bau zu emanzipieren, so wie es den Kramer-Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg gelang.

Im Gebäude der Bibliothek Sozialwissenschaften und Psychologie haben wir also ein Denkmal eines durchaus interessanten Fehlers.  

 

Eingescannt und 50m weiter mit dem ursprünglichen Erdhügel und vielleicht einem großen Profilschnitt wieder aufgebaut, käme dies seiner wirklichen Bedeutung nahe und er könnte sogar als kleines „Eis-Café“ betrieben werden.

 

Nutzen wir also die Chance des zweiten Blicks! – mein geplantes Ausstellungsprojekt versucht:

- den Eiskeller in seiner Geschichte und das Gelände des ehemaligen "Irrenschlosses" darzustellen,
- Heinrich Hoffmann mit seinen vielfältigen Aktivitäten näher zu bringen,
- zu zeigen, dass dieser Campus noch einen anderen "genius loci" (Orts-Geist) besitzt: politisch, satirisch, struwwelig, menschenfreundlich und sehr pragmatisch...

DIE SIEBEN SCHICHTEN EINES IRRTUMS:

I. Leichtfertige und äußerst großzügige Deutung der historischen QUELLEN. Die sagen nichts Konkretes aus.

II. Auf keiner historischen LANDKARTE etwas "Wehrhaftes" zu lokalisieren. Der FABERPLAN hat nichts - aber das Gemäuer soll überirdisch sichtbar unbeschadet überdauert haben.

III. Die DORNRÖSCHEN-HECKE - hat jahrhundertelang das Bauwerk verborgen?

IV. Die "SCHILDBÜRGER"-MÜHLE (1): ohne Fenster, drei Stockwerke zu je 1,50 m. Mit einer Eingangstür im dritten Stock, damit der kleinwüchsige, Grottenolm an Müller volle Säcke wieder hoch schleppen muss. Der bedankt sich für diese Rekonstruktion...
Die "SCHILDBÜRGER"-MÜHLE (2): Die Flügel schlagen gegen den Eingangsbereich, das Mauerwerk ist für einen Holzaufbau viel zu dünn - bricht entzwei bei Wind - erobert sich den Himmel und trifft ... Robert*.

V. Was passiert mit UNGENUTZTEN BAUTEN? - sie verfallen und das nach bestimmten Regeln, die gut erforscht sind; nur unser Mährchenbau blieb seit der "Spätgotik" seltsam unberührt.

VI. HISTORISCHE FORSCHER haben es Jahrhunderte lang übersehen? Familie Goethe hatte dort ihre Streuobstwiese, das 19. Jh. war so erpicht auf "Vaterländische Altertümer", August Lotz (Mitarbeiter Heinrich Hoffmanns, Hobby-Altertumsforscher) hat nichts bemerkt?
Hoffmann und Pichler beschreiben akribisch den Bau der Anstalt. Es gibt Schriftwechsel um den Bau des Eiskellers - aber keinerlei Andeutung auf historische Reste.

VII. K.O. durch Mörtelproben: bei drei so weit auseinaderliegenden Bauphasen müsste sich der Mörtel signifikant unterscheiden. Nichts dergleichen! - Wäre es nicht klug, mal den Rest des "Riederwaldhofes" anzubohren, um eine Vergleichsprobe zu bekommen?

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(* "Der fliegende Robert" - eine Bildergeschichte aus Hoffmanns "Struwwelpeter"



 

 

Online-Dokumente:

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Eiskeller_(Affenstein)
     mit zahlreichen weiterführenden Links

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Anstalt für Irre und Epileptische siehe auch: Oskar Pichler: Irrenanstalt, Frankfurt/Main; Perspektivische Vorderansicht; Tusche aquarelliert auf Karton; 48,4 x 128,6 cm

[3] UniReport: "Turm oder Schacht? (Nr. 3, 31. Mai 2013, S. 3)

[4] UnivIS-Nutzertagung 2006 (Jörn Diekmann): "Vom Affenstein zum Campus Westend. Oder was hat der Struwwelpeter mit der Universität zu tun? Einige Anmerkungen zum Ort."

[5] Rhein-Main-Wiki - Das Online-Lexikon für Rhein-Main: (Stichwort: "Irrenschloss")

 

Denkmalamt und Archäologie:


Die Berichte der Denkmalpflege sind leider nicht online verfügbar.

[6] Fundberichte aus Hessen (50. 2010, S. 729-760) im Bestand der Uni-Bibliothek

[7] Hessen-Archäologie (2008, S. 142-146) im Bestand der Uni-Bibliothek

[8] Denkmalamt Frankfurt Pressemitteilung

[9] Hans-Markus von Kaenel, Thomas Maurer, Albrecht Schlierer:
     Wie das Gedachte das Gebaute verändert. Zur Umdeutung des Eiskellers der ehemaligen „Anstalt für Irre und Epileptische“ auf dem Areal des Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt a. M., Bonn 2012,
     S. 167 -209.

[10] http://www.eiskeller-frankfurt.blogspot.de/

[11] MONUMENTE Online - Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz:  http://www.monumente-online.de/14/05/sonderthema/Eiskeller.php

Online-Kartenmaterial zum Gemarkungsnamen "Affenstein", soweit nicht in den Aufsätzen abgedruckt:


[12] Johann Georg Battonn: im Bestand der UB-Frankfurt
"Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main Band 1.Frankfurt a.M. 1861–1875, S. 140" 
Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main, Teile 5-7 “ (Google Books) (hrsg.: 1869)

[13] Bodenehr, Gabriel: Franckfurt, mit der Gegend auf 2 Stund:“ Ausschnitt (eine genauere Ansichten bekommt man über: Historische Karten der SuUB Uni-Bremen: -> Thematische Suche -> Personen-Index: Bodenehr, Gabriel; -> Treffer 8)
Erschienen: [Augsburg], [ca. 1720] Maßstab: [Ca. 1:150.000] Anmerkung: 1 Kt, Kupferst, 20 x 14 cm, Maßstab in graph. Form (Eine Stund Reisens, Gemeine Teütsche Meil.). - Mit Suchnetz. - Auch als: Atlas Curieux oder Neuer und Compendieuser Atlas ; 85

[14] Achilles August von Lersner: Der Weit-berühmten Freyen Reichs-, Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn Chronica : Oder Ordentliche Beschreibung der Stadt Franckfurt Herkunfft und Auffnehmen, wie auch allerley denckwürdiger Sachen und Geschichten ... / Anfänglich durch Gebhard Florian, an Tag gegeben, Anjetzo aber Aus vielen Autoribus und Manuscriptis vermehret, ... und per modum Annalium verfasset, und zusammen getragen Durch Achillem Augustum von Lersner, Patricium Nobilem, Civitatis Francofurtensis : Teil: 1
[Franckfurt am Mayn] : Selbstverl., 1706

[15] Frankfurt Nordend: Poelzig-Plan 1928 Ausschnitt  und Architekturmuseum UB TU. Berlin: „Irrenanstalt Frankfurt“ (Raum- und Gärtenplan)

[16] Hessische Flurnamen: alle Belege zu Flurnamen in Frankfurt am Main

 

 

Chronologie der Akteure und der Argumente:

 

bereits 2006

ein Hügel wird dokumentiert

April 2008

im Vorfeld der geplanten Bauarbeiten für Ausbau des Campus Westend (Gebäude PEG) sind unter einem kleinen Hügel gut erhaltene Reste eines turmartigen Bauwerkes zum Vorschein gekommen.

Ende Mai

Das Denkmalamt legt – noch bevor vor Ort archäologische und baugeschichtliche Untersuchungen begonnen wurden – der zuständigen Gesamtprojektleitung erstmals einen schriftlichen Bericht im Umfang von 3,5 Seiten vor:
„aufgrund von Bauweise und Zustand (…) eine mittelalterliche Turmanlage (…) mindestens aus dem 14. Jh., vielleicht auch aus dem 13 Jh. (…) Als Teil einer ursprünglich befestigten Hofanlage mit großer Wahrscheinlichkeit (…) mit dem Affenstein“ gleichzusetzen.

Doch die Universitäts-Archäologen haben Zweifel an der Bedeutung des "turmähnlichen Befunds":

-       liegt außerhalb der Landwehr

-       kein Nachweis auf vorhandenen historischen Karten oder Archivalien für die Gleichsetzung mit dem Affenstein

-       Ansprache des (Grund-)Mauerwerks als „mittelalterlich" nicht fundiert

-       Bauwerk aufgrund einer eindeutigen Aktenlage Eiskeller der „Anstalt für Irre und Epileptische“

-       Mitte des 19. Jhs. häufiger Bautypus

26. 6. 2008
Sommer 2008

In der FAZ: „Dies ist eindeutig kein Bauwerk des 19. Jahrhunderts“
Diverse Presseartikel: das Gebäude wird als „Affenstein identifiziert: ein mittelalterlicher Wehrturm des 13./14. Jahrhunderts, ein Teil der Frankfurter Landwehr, 6,50 Meter hoch.“

15. Sept. 2008

Erster Recherchebericht http://www.eiskeller-frankfurt.blogspot.de/2008_09_01_archive.html

der Universitätsarchäologen erscheint, da die Ansprache des Gemäuers als Affenstein und die Datierung falsch sei. Wegen ausbleibender Reaktion auf die Kritik und fehlender offizieller Zuständigkeit wird der Weg des Bloggens gewählt. Auch sind die Konsequenzen eines Erhalts „in situ“ erheblich.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn der nachvollziehbare Beweis erbracht werden könnte, dass das Bauwerk in seinem Kern mittelalterlich ist und auf dem Gelände des Campus Westend der Goethe-Universität für die Stadt Frankfurt ein bisher unbekannter Wartturm gewonnen wird.“

November 2008

Aufmaß und vergleichbare Bauwerke stützen mehr und mehr die These vom Eiskeller (ohne Vorgängerbau): „Untermauert wird unsere These inzwischen auch von der Beobachtung, dass es sich bei der unterhalb des Bodens zutage gekommenen grubenartigen Vertiefung nicht um einen Brunnen handelt - wie die Denkmalpflege aus nicht recht nachvollziehbaren Gründen vermutet hat, sondern um eine Auffanggrube für das in einem Eiskeller normalerweise anfallende Schmelzwasser.“

21.1.2009

FAZ: „Der Affenstein stammt aus dem Mittelalter“; und „Das Rätsel um das Alter des Affensteins auf dem Uni-Campus Westend ist gelöst“ - Ankündigung eines Gutachtens von Seiten der Denkmalpflege…
Die Mörtel-Proben sollen nun letzte Zweifel beseitigen“

2.2.2009

Übergabe unterschiedlicher Gutachten an die Gesamtprojektleitung (Campus Westend):

Das Ergebnis der Mörtelanalysen entsprach nicht den (...) geweckten Erwartungen, dass diese das hohe Alter und die Dreiphasigkeit des Bauwerkes bestätigen würden. Vielmehr stellte der Bericht eines (...) spezialisierten Institutes fest, dass die Mörtelproben in ihrer Zusammensetzung keine „markanten Unterschiede“ erkennen lassen. Der verwendete Mörtel kann demnach nicht als Kronzeuge für die postulierten, angeblich über Jahrhunderte auseinander liegenden Bauphasen herangezogen werden.

4.3.2009

Maurer, v. Kaenel legen ausführliche Stellungnahme zu den Dokumenten vor:

- Kritik der entscheidenden sachlichen Argumente
- in wesentlichen Punkten unzulängliche Befunddokumentation und – interpretation
- Vorbehalte gegenüber der Art des Umgangs mit den Archivquellen.

11./12. 12. 2009

Vortrag (Hans-Markus von Kaenel) zum „Eiskeller“ bei einer Tagung des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität am 11./12. Dezember 2009.

25.3.2009

von Amtes wegen durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen als „sog. Affenstein, ehem. Wachtturm der ersten Frankfurter Landwehr, später Mühle, dann Eiskeller der Städtischen Irrenanstalt“ nach § 2 Abs. 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes zum „Kulturdenkmal“ und damit denkmalgeschützt erklärt und auf einem Sockel in der BSP konserviert.

2010

Andrea Hampel: „Der Affenstein. Ein mittelalterlicher Wachturm und seine wechselhafte Historie durch sechs Jahrhunderte“. Fundberichte aus Hessen 50, 2010 (Wiesbaden 2012) S. 729 – 760.

dazu Widersprechendes:

-       die Drehbarkeit der Mühle ist nicht gegeben

-       die angenommene Deckenhöhe ist mit 1,50 äußerst gering

-       die Mehlsäcke müssten dann wieder in die dritte Etage heraufgeschleppt werden

-       das Grundmauerwerk ist statisch zu dünn, um eine betriebsbereite Mühle tragen zu können.

Februar 2013

 

Webversion des Artikels von H.-M. von Kaenel, Th. Maurer und A. Schlierer.

In: Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 21 (Habelt Verlag Bonn, 2012)

[ http://www2.uni-frankfurt.de/47415870 ]

Das Bauwerk ist nun „in stark veränderter Form auf einem hohen Sockel in situ erhalten und in die Bibliothek (…) einbezogen worden. Für den Eiskeller entscheidende Teile (Flügelmauern, Zugangssituation, Ansatz der Kuppeln) wurden in diesem Zusammenhang jedoch abgebrochen, so dass man sich heute keine adäquate Vorstellung mehr von seinem ursprünglichen Aussehen machen kann. Vielmehr hat sich das Bauwerk optisch der ihm von den verantwortlichen Denkmalschutzbehörden zugedachten Funktion als „Historischer Turm“ angenähert. Im Ergebnis stehen wir damit heute vor der erstaunlichen Situation, dass das in diesem Zusammenhang einzig Gesicherte, nämlich die Existenz des Eiskellers, völlig ausgeblendet worden ist.

Wir hoffen daher, dass die Diskussion über diese bemerkenswerte Anlage weitergeht und sich wenigstens innerhalb der Universität die Bezeichnung „Eiskeller“ durchsetzen wird.“

6. Mai 2013

31. 3. 2013

Eiskeller. Blogg-Nachtrag von A. Schlierer: "Es besteht daher keine Notwendigkeit, auf ein ruinöses Vorgängerbauwerk zurückzugreifen, um das ausgegrabene Bauwerk des Eiskellers erklären zu können. Die „Warte“ und die „Windmühle“, die das Frankfurter Denkmalamt postuliert, sind und bleiben eine Fiktion."
UniReport: "Turm oder Schacht?

November 2013

Mit der Verlinkung des Forschungsberichtes Webversion (von H.-M. von Kaenel, Th. Maurer und A. Schlierer) in Wikipedia gewinnt die Beschreibung als Eiskeller immer mehr an Boden. Zusehens wird die Deutung als mittelalterlicher „Affenstein“ und „Windmühle“ Geschichte…

  

Die wichtigsten Argumente im Für und Wider „Affenstein“ – Eiskeller:

„Affenstein“ erst Turm (13./ 14. Jh.), dann Mühle

 

 Eiskeller der „Anstalt für Irre und Epileptische“

Strategische Lage, Topographie optimal für einen Wachturm (z.B. optische Signalüber-mittlung).

 

Gute theoretische Überlegung, die sich aber nicht am konkreten Bau festmachen lässt.

Lücke in der Landwehr.

An dieser Stelle der Landwehr kein Wachturm sondern der „Eiserne Schlag“  - ein dauerhaft verschlossenes Tor

Indizien für den „Affenstein“ in Karten und „Quellen“.

Äußerst fahrlässige Auslegung der genannten Quellen.

Durch die Jahrhunderte ist nur der Gemarkungsname bekannt, aber kein militärisches Gebäude nachweisbar.

Landkarten sowohl des 15. Jh. als auch des 19. Jh. zeigen keinerlei Bebauung.

Umbau und Nutzung als Mühle, da militär-technisch nicht mehr relevant.

Balkenlöcher zeigen 3 Etagen an.

Eine äußerst unpraktische Mühle ohne Fenster, mit einer Deckenhöhe von nur 1,50 m. und einem ganz oben liegenden Eingang, sodass die Säcke wieder hochgetragen werden müssten.

Mauerstärke reicht statisch nicht für einen Mühlenaufsatz.

Drehbarkeit der Mühle durch Eingangsmauern nicht  gegeben.

Gutachten von Bauexperten nach Augenschein  „mittelalterlich mit 2 bis 3 Bauphasen“

Naturwissenschaftliche Beweise.

 

        Expertise des Mörtels: Einheitlicher Mörtel, zeitlich nicht differenzierbar. Kein Beleg für ältere Bauanteile zu erbringen.

 

Es wurden Keinerlei naturwissen-schaftlichen Belege für einen mittelalterlichen Bau erbracht.

Funde aus dem Inneren des Kellers: Holzreste können dendrochronologisch datiert  werden und sind ausnahmslos aus der Bauzeit der „Irrenanstalt“.

Ebenso das gefundene Porzellan, das anhand der Herstellermarken eindeutig ins 19. Und 20. Jahrhundert datiert.

Turm ist oberirdisch sichtbar aber durch Gehölze und Dornen über die Jahrhunderte verborgen geblieben.

Hoffmann und sein Architekt Pichler beschreiben sehr ausführlich die Baugeschichte und hätten das Vorhandensein  einer Ruine verzeichnet.

Der Standort des Eiskellers liegt in einer übersichtlichen Streuobst-Wiesenlandschaft.

Das Goethezeitalter und das 19. Jh. mit seiner patriotischen Begeisterung für „Vaterländische Alterthümer“ soll es vollkommen übersehen haben? Vor allem Dr. August Lotz; Mitarbeiter Hoffmanns „eifriger Forscher nach römischen Kulturresten in der Umgegend.

Dadurch erstaunlich unversehrt!

Unbenutzte Gebäude verfallen nach bestimmten „Regeln“, die mittlerweile systematisch erforscht sind: Danach hat dieses Gemäuer keinen historischen Leerstand erfahren.

Nur dritte und letzte Umbaustufe des „Affensteins“.

Hoffmann und  Pichler haben auf ihren „Belehrungsreisen“ zahlreiche Irrenanstalten besucht und sich dabei auch mit der Technik der Eiskeller beschäftigt – zahlreiche Eiskeller-Beispiele  verdeutlichen die Bauart, wie sie auch hier praktiziert wurde.

Ablaufrohr nachträglich ins Gemäuer gebrochen

Technische Neuerungen wie eine Kreiselpumpe haben evt. diese „Nachbesserung“ erfordert.

 

 

 

 

Einige online-zugängliche Dokumente zu Person und  Wirkung von Heinrich Hoffmann

 

     "Der Mensch geht in und durch das Leben wie Kolumbus auf seiner Meerfahrt. Er wollte nach Indien fahren und hat Amerika entdeckt.
      So ging's mir auch. Ich wollte Chirurg werden und wurde zuletzt Irrenarzt."

      "Es muß vor allem so sein, dass der Eintritt des Arztes in eine Abteilung etwas vom Sonnenaufgang an sich habe."


[17] Struwwelpeter-Museum: Wer war Heinrich Hoffmann ?

 

Artikel und Sendungen zum 200sten Geburtstag Heinrich Hoffmanns (13. Juni 1809):


[18] HR2 – Kultur – Wissenswert (mit freundlicher Genehmigung):
     „Heinrich Hoffmann  -  Struwwelpeter  und Psychiatrie-Reformer“ von Christa Schell und Eva Maria Siefert

 

     [Audio-Datei]  Folge 1: Der Versemacher         [Manuskript 09-059]   

     [Audio-Datei]  Folge 2: Der Politiker                    [Manuskript 09-060]  

     [Audio-Datei]  Folge 3: Der Irrenarzt                   [Manuskript 09-061]

     [Audio-Datei]  Folge 4: Der Kinderpsychiater   [Manuskript 09-062]


     "Der Schlingel hat sich die ganze Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Welt herumgekommen als ich;
      ich habe gehört, dass man ihnen in Nord- und Südamerika, ja am Kap der guten Hoffnung, in Indien und Australien begegnet ist."


[19] "Forschung Frankfurt" 1/2009: Themenheft "Struwwelpeter"  darin:
      -> Hans-Heino Ewers: "Der Schlingel hat die Welt erobert – ganz friedlich, ohne Blutvergießen" : Warum 'Der Struwwelpeter' bis heute ein Bestseller ist",   S. 32-39
      -> Marianne Leuzinger-Bohleber: "'Hei! Da schreit der Konrad sehr!' : Der Struwwelpeter - Eine Fundgrube unbewusster Wünsche und Ängste von Kindern",   S. 42-47   
      ->Siefert, Helmut: "Die Menschheit der Gegenwart ist eine vorzugsweise nervöse geworden": Heinrich Hoffmann und das Frankfurter "Irrenschloss",   S. 71-75

[20] Ladwig, Sandra: "Parodien und Struwwelpetriaden in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und der Bibliothek für Jugendbuchforschung Frankfurt am Main : Bibliographie" Stand: 2009

[21] Historisches Museum.Frankfurt: "Peter Struwwel – Heinrich Hoffmann : Ein Frankfurter Leben 1809–1894"  Begleitbuch: "Heinrich Hoffmann – Peter Struwwel. Ein Frankfurter Leben 1809–1894."
        Hrsg. von Wolfgang P. Cilleßen und Jan Willem Huntebrinker, Michael Imhof Verlag 2009, 383 Seiten, Schriften des Historischen Museums, Bd. 28. Im Bestand der UB

[22] Deutschland Radio Kultur/ Kalenderblatt / Archiv / Beitrag vom 13.06.2009:  "Ich esse meine Suppe nicht" Zum 200. Geburtstag von "Struwwelpeter"-Autor Heinrich Hoffmann von Alexa Christ

[23] FAZ.net vom 06.06.2009:  “Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter - Kleine Teufel unter dem Zeichenstift“  von Alexander Košenina

[24] Spektrum.de | Hintergrund | 12.06.2009:  Im Rückblick: "Therapie der Liebe" 
 

[25] Faz.net vom 15.08.2014:  "Erste psychiatrische Klinik - Die Anstalt auf dem Affenstein"  von Tilman Spreckelsen  
 

[26] Heinrich Hoffmann, Brustbild  siehe auch:  Edocs - Publikationsserver und: Heinrich Hoffmann und sein Struwwelpeter in der UB

[27] Wikipedia-Artikel zu „Heinrich Hoffmann“ und zum „Struwwelpeter

[28] Wikisource Online-Volltexte zu „Heinrich Hoffmann“ und im „Projekt Gutenberg